Steht das nächste große Google Update kurz bevor?
07.10.2026 um 10:17 Uhr, von Anne

- Mehrere aktuelle Signale lassen vermuten, dass Google ein größeres Search Update vorbereiten könnte, offiziell bestätigt ist ein solches Update bislang jedoch nicht.
- Google verschärft gleichzeitig seine Hinweise zu KI-Inhalten, Helpful Content, erfundenen Autoren und massenhaft produzierten Inhalten.
- Für SEO und GEO wird damit vor allem die Kombination aus Originalität, redaktioneller Kontrolle und echtem Mehrwert wichtiger.
Inhaltsverzeichnis
Bei Google mehren sich derzeit die Hinweise auf ein mögliches größeres Ranking-Update. Eine offizielle Ankündigung gibt es bislang nicht. Mehrere Entwicklungen der vergangenen Tage passen allerdings zu einem Muster, das Google bereits vor früheren größeren Updates gezeigt hat. Darauf weist aktuell SEO Südwest hin und verweist unter anderem auf Änderungen an Googles Dokumentation, die hohe Zahl an Spam Updates und Aussagen aus der SEO-Branche.
Besonders interessant ist der Zeitpunkt. Google hat seine Empfehlungen zu KI-generierten Inhalten Anfang Oktober erweitert und betont dort stärker die Bedeutung manueller Faktenchecks. Gleichzeitig wurde die Dokumentation zu Helpful Content angepasst. Im Mittelpunkt stehen dort Kriterien wie Aufwand, Originalität, Fähigkeiten und Genauigkeit. Auch erfundene Autorenprofile mit KI-generierten Bildern, falschen Namen oder vorgetäuschten Qualifikationen geraten stärker in den Fokus.
Google erhöht den Druck auf skalierte KI-Inhalte
Die Änderungen passen zu einem größeren Trend. Laut SEO Südwest bezeichnete Google-Mitarbeiter Gary Illyes skalierte Inhalte auf der Search Central Live in Barcelona inzwischen als ein größeres Problem als Linkspam. Google setze selbst KI ein, um solche Inhalte besser zu erkennen. Damit zeichnet sich deutlicher ab, worum es Google geht: Nicht der Einsatz generativer KI an sich scheint das zentrale Problem zu sein, sondern Inhalte, die in großem Umfang produziert werden und dabei kaum eigene Leistung, Originalität oder redaktionelle Kontrolle erkennen lassen. Für Publisher und Unternehmen bedeutet das, dass eine KI-gestützte Content-Strategie nicht automatisch riskant ist. Kritisch wird es dort, wo Automatisierung praktisch die gesamte redaktionelle Arbeit ersetzt und hunderte oder tausende Seiten ohne ausreichende Prüfung veröffentlicht werden.
Vier Spam Updates in einem Jahr

Ein weiteres Signal ist die ungewöhnlich hohe Frequenz der Spam Updates. SEO Südwest zählt für 2026 bereits vier davon: im März, Juni, August und September. 2025 gab es dagegen nur ein Spam Update. Das laufende September Spam Update ist zudem auf einen Zeitraum von rund zwei Wochen angesetzt, während das vorherige Update im August bereits nach wenigen Tagen abgeschlossen war Ob daraus tatsächlich unmittelbar ein Core Update folgt, lässt sich nicht vorhersagen. Die Vergangenheit zeigt aber, dass Google größere Veränderungen häufig mit Anpassungen seiner Richtlinien und öffentlichen Aussagen vorbereitet hat. Ähnliche Entwicklungen waren unter anderem vor Panda, dem Medic Update und den großen Änderungen gegen skalierte Inhalte im Jahr 2024 zu beobachten.
Auch aggressive GEO-Taktiken könnten betroffen sein
Für SEO und GEO ist noch ein anderer Punkt wichtig. Google hat bereits klargestellt, dass seine Spam-Richtlinien auch für Versuche gelten, generative Antworten innerhalb der Google-Suche zu manipulieren. AI Overviews und AI Mode sind damit kein rechtsfreier Raum für neue Optimierungstricks. Massenhaft produzierte KI-Texte, gekaufte Erwähnungen, künstliche Forenbeiträge oder Listicles, in denen sich Unternehmen selbst als beste Lösung positionieren, könnten damit zunehmend zum Risiko werden. Die Grenze zwischen sinnvoller GEO-Optimierung und Manipulation dürfte für Google künftig noch wichtiger werden.
Das passt auch zu Googles jüngsten Änderungen beim Umgang mit KI-Content. Wie wir bereits bei WAS berichtet haben, fordert Google inzwischen deutlich stärker eine manuelle Prüfung KI-generierter Inhalte. Für Unternehmen sollte KI deshalb ein Werkzeug innerhalb eines redaktionellen Prozesses bleiben und nicht dessen vollständiger Ersatz sein.
Was SEOs jetzt tun sollten
Panik vor einem möglicherweise bevorstehenden Update wäre verfrüht. Ebenso wenig wäre es sinnvoll, aufgrund der aktuellen Spekulationen kurzfristig große Teile einer Website umzubauen. Eine Überprüfung besonders stark automatisierter Bereiche ist dagegen sinnvoll. Im Fokus sollten vor allem massenhaft produzierte Inhalte, kaum differenzierte Landingpages, erfundene Autorenprofile und ungeprüfte KI-Texte stehen. Ebenso sollte überprüft werden, ob Inhalte tatsächlich einen eigenen Mehrwert liefern oder lediglich bereits vorhandene Informationen neu formulieren. Wer KI für Content Marketing nutzt, sollte außerdem sicherstellen, dass Fakten, Quellen, Title Tags, Meta Descriptions und strukturierte Daten redaktionell kontrolliert werden. Gerade bei umfangreichen automatisierten Prozessen können sich kleine Fehler sonst über sehr viele Seiten verteilen.
Mein Fazit
Noch ist ein neues großes Google Update nicht bestätigt. Die derzeitigen Signale sind trotzdem bemerkenswert: Google verschärft seine Hinweise zu KI-Inhalten, konkretisiert Qualitätskriterien, geht stärker gegen skalierte Inhalte vor und hat 2026 bereits mehrere Spam Updates ausgerollt. Sollte tatsächlich ein größeres Update folgen, dürfte der Schwerpunkt weniger auf der einfachen Frage „KI oder Mensch?“ liegen. Entscheidend könnte vielmehr sein, ob Inhalte originell, überprüft und hilfreich sind und ob hinter einer Website tatsächlich redaktioneller Aufwand steht.
Für SEO und GEO wäre das eine wichtige Entwicklung: KI-Content verschwindet nicht aus der Suche, aber skalierter Content ohne eigene Leistung könnte deutlich schwieriger werden.
Quellen:




















