Neuer Branded-Queries-Filter in der GSC: Präzisere Analyse für Marken- und generische Suchanfragen
21.11.2025 um 14:55 Uhr, von Anne

Mit der jüngsten Ankündigung von Google LLC zur Einführung des „Branded-Queries‐Filters“ in der Search Console haben Website-Betreiber ein neues Werkzeug zur Hand, das dabei hilft, Suchanfragen mit Markenbezug gezielt auszuwerten.
In diesem Artikel schauen wir uns an, was dieser Filter genau macht, wie du ihn in der Praxis einsetzen kannst und welche Vorteile sich daraus ergeben — sowie worauf du beim Einsatz achten solltest.
Was ist der Branded-Queries-Filter?
Der neue Filter („Branded queries filter“) in der Search Console ermöglicht es dir, deine Performance-Daten nach Marken- oder Nicht-Marken-Suchanfragen zu unterteilen. Konkret bedeutet das:
- Du kannst gezielt untersuchen, wie oft deine Marke im Suchverhalten auftaucht, z. B. „Markenname + Produkt“, „Markenname allein“, oder generische Suchanfragen ohne Markenbezug.
- Du siehst, welche Klicks, Impressionen, Klickrate (CTR) und Positionen deine Website bei markenbezogenen Suchanfragen erzielt – und im Gegensatz dazu, wie sie bei nicht-markenbezogenen Suchanfragen performt.
Der Filter gibt dir damit eine zusätzliche Dimension zur Segmentierung deiner Suchanfrage-Daten, die früher nur über Regex oder aufwändige Export-Analysen möglich war.
Aus der Ankündigung heißt es: „We’re introducing a filter for branded queries, so you can separately view performance for queries that include your brand name.” Damit bringt Google die Insights näher an den Alltag vieler SEOs und Website-Verantwortlichen.
Warum ist der Filter relevant?
Die Trennung zwischen Marken- und generischen Suchanfragen ist aus mehreren Gründen wichtig:
- Marken- vs. Generische Nachfrage unterscheiden
Markenanfragen (z. B. „Meine Marke Schuhe“ oder „Markenname Modell X“) sind oft stärker konvertierend, zeigen hohe Intent-Stärke und können gute Kennzahlen aufweisen (z. B. hohe CTR, niedrige Position usw.). Generische Suchanfragen („Sportschuhe günstig“, „Laufschuhe Vergleich“) zeigen hingegen oft anderes Nutzungsverhalten, Wettbewerb und damit andere Optimierungsbedarf. - Performance differenziert betrachten
Ohne diesen Filter sah man in der Search Console nur alle Suchanfragen zusammen — Marken- und Nicht-Marken zusammengeworfen. Das kann dazu führen, dass starke Marken-Anfragen gute Performance überdecken und generische Anfragen schlechter performt erscheinen. Mit dem Filter kannst du erkennen, ob deine generischen Suchanfragen hinter dem Rückgang stehen oder ob die Marke alleine stark performt. - Strategische SEO-Maßnahmen besser ausrichten
Wenn du z. B. merkst, dass Markenanfragen sehr gut abschneiden, generische aber nicht, weißt du, dass ein Wachstumshebel in generischen Keywords liegen könnte – also Content-Optimierung, Linkaufbau, Sichtbarkeit ohne Markenbezug. Umgekehrt, wenn Markenanfragen stagnieren, musst du vielleicht stärker an Brand-Awareness arbeiten, Marken-Messaging oder Brand-Search-Kampagnen aktivieren.
Wie setzt du den Filter praktisch ein?
Hier ist eine Schritt-für-Schritt Anleitung zur Nutzung des neuen Filters in der Search Console:
- Melde dich in der Search Console an und wähle die gewünschte Property (Website) aus.
- Wechsel in den Bericht „Leistung“ (Performance).
- Unter „+ Neuer Filter“ (oder ähnliches Dropdown-Menü) findest du nun den Eintrag „Branded queries“.
- Wähle „Markenanfragen einschließen“ oder „Markenanfragen ausschließen“ — je nachdem, ob du nur Markenanfragen ansehen willst oder den Rest.
- Analysiere die Metriken: Klicks, Impressionen, CTR, durchschnittliche Position — und vergleiche Marken- versus Nicht-MarkenAnfragen.
- Optional: Kombiniere den Filter mit weiteren Dimensionen wie Gerätetyp, Land, Zeitraum oder Suchtyp (Web, Bild, Video) für tiefere Einsichten.
Tipp: Lege dir zwei Ansichten an – eine „Markenanfragen“ und eine „Nicht-Markenanfragen“ –, und vergleiche über Zeiträume (z. B. Monat zu Monat), um Trends zu erkennen.

Was solltest du bei der Auswertung beachten?
Ein paar Hinweise und Potenziale Stolperfallen:
- Definiere klar, was „Markenanfragen“ für dich bedeuten – z. B. dein Markenname, Markenname + Produktnamen, Markenname + Variante. Wenn du einen allgemeinen Begriff als Marke nutzt, kann das Filterergebnis verfälscht sein.
- Kleine Marken oder neue Marken haben eventuell relativ wenige Marken‐Suchanfragen – der Filter liefert dann vielleicht nur wenige Datenpunkte, sodass die Statistik schwankt.
- Der Filter ersetzt nicht andere Segmentierungen: Wenn du z. B. nach Keyword-Themen, Themencluster oder URLs unterscheiden willst, musst du weiterhin andere Filter oder Export-Analysen nutzen.
- Beachte Zeitreihen-Effekte: Wenn z. B. eine Marken-Kampagne lief, kann das Marken-Suchvolumen steigen und die Kennzahlen bewegen sich – berücksichtige solche externen Einflüsse.
- Vergiss nicht, Nicht-Markenanfragen nicht zu ignorieren: Gerade hier steckt häufig das Potenzial für Wachstum und Skalierung.
Beispiele & Use-Cases
- Ein Onlineshop erkennt mithilfe des Filters, dass Markenanfragen zwar eine sehr gute CTR haben, aber Nicht-Markenanfragen eine deutlich schlechtere Position aufweisen. Daraus leitet er ab, Content gezielt für generische Keywords aufzubauen, z. B. Ratgeber-Seiten oder Vergleichsseiten ohne Markenname.
- Ein Dienstleister erkennt, dass Markenanfragen stark rückläufig sind – möglicherweise ein Indiz dafür, dass Brand-Awareness nachlässt oder ein Wettbewerber an Bekanntheit gewinnt. Hier kann man gezielt Maßnahmen zur Markenbildung ergreifen.
- Eine internationale Website nutzt den Filter länderspezifisch: Markenanfragen in einem Land sind hoch, in einem anderen niedrig – Daraus ergeben sich unterschiedliche SEA/SEO-Strategien je Markt.
Fazit
Der neue Branded-Queries-Filter in der Search Console ist ein wichtiges Werkzeug, wenn du deine Suchanfragen-Performance differenzierter betrachten möchtest — insbesondere im Hinblick auf Marken und Nicht-MarkenSuchanfragen. Er erlaubt dir, gezielt Einblicke zu gewinnen, Optimierungspotenziale zu erkennen und deine SEO/Brand-Strategie besser auszurichten.
