Die Zukunft der Arbeit: In welchen Berufen KI zunehmend mitmischt

28.11.2025 um 22:39 Uhr, von Anne

KI ersetzt Jobs

Künstliche Intelligenz entwickelt sich so schnell wie kaum eine andere Technologie der vergangenen Jahre. Zahlreiche Expertinnen und Experten diskutieren darüber, in welchen Bereichen KI möglicherweise menschliche Arbeit ersetzt oder zumindest stark verändert. Die aktuelle Generation von KI-Systemen könnte zunehmend Aufgaben übernehmen, die traditionell im Bereich der Wissensarbeit, Kreativarbeit oder Verwaltung angesiedelt waren.
Ob KI einzelne Berufe tatsächlich verdrängt, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass sich viele Tätigkeiten verändern dürften.

1. Wo KI möglicherweise in Zukunft Jobs ersetzt: Routine, Wiederholung, Daten

Viele Umfragen, wie die ifo Konjunkturumfrage 2025, deuten darauf hin, dass Berufe besonders dann unter Druck geraten könnten, wenn sie stark von wiederkehrenden Mustern, strukturierten Daten oder klaren Regeln geprägt sind.

Es wäre denkbar, dass KI in Zukunft vor allem dort eingesetzt wird, wo Aufgaben:

  • regelmäßig wiederkehren,
  • keinen hohen Interpretationsspielraum benötigen,
  • standardisiert dokumentiert oder verarbeitet werden können,
  • sich mithilfe großer Datenmengen optimieren lassen.

Das könnte sowohl einfache Tätigkeiten als auch hochqualifizierte Routinen betreffen.

2. Wenig beachtet: Rezeptentwicklung & Küchenorganisation könnten sich verändern

Ein Bereich, der bisher nur selten im Zusammenhang mit KI diskutiert wurde, betrifft die Rezeptentwicklung und Planung von Küchenabläufen. Beispiele aus der Praxis, wie etwa der CBS-Beitrag, bei dem davor mehr oder weniger gewarnt wird, dass KI eigenständig Rezepte erstellt, zeigen, dass KI in der Lage sein könnte:

  • neue Rezeptideen vorzuschlagen,
  • Zutatenlisten zu optimieren,
  • Nährwerte automatisch zu berechnen,
  • Menüs nach Trends und Zielgruppen anzupassen.
  • aber auch Rezepte erstellt, die gesundheitlich nicht fördernd sind.

Sollte sich diese Technologie weiter etablieren, könnten Berufe wie Rezeptentwickler:innen, Food-Creator oder Produktentwickler:innen künftig stärker KI-gestützt arbeiten oder bestimmte Aufgaben an Software übergeben. Ob dadurch konkrete Jobs wegfallen würden, ist nicht sicher, aber der Arbeitsalltag könnte sich deutlich verändern.

@cbsmornings

A warning to people using AI-generated recipes: You get consistently bad food, and you’re devastating the world of food creators, according to Bloomberg News. #recipes #ai #artificialintelligence #recipesoftiktok

♬ original sound – CBS Mornings

3. Verwaltung & Büro: Ein Bereich, der laut Expert:innen stark betroffen sein könnte

Viele Büroaufgaben gelten als hochgradig repetitiv. Wenn KI hier weiter voranschreitet, könnte sie perspektivisch immer mehr oder gänzlich Tätigkeiten übernehmen wie:

  • Terminorganisation,
  • E-Mail-Erstellung,
  • Berichtswesen,
  • Datenerfassung,
  • Recherchen,
  • einfache Buchhaltungs- oder HR-Vorgänge.

Einige Unternehmen setzen solche Tools bereits ein, was darauf hindeuten könnte, dass sich klassische Assistenz- und Backoffice-Rollen langfristig verändern. Ob dies in Form von Entlastung, Transformation oder Verdrängung geschieht, wäre von Branche, Unternehmensgröße und Regulierung abhängig.

4. Kundenservice & Callcenter: Ein Bereich mit hohem Automatisierungspotenzial

Sprach-KI wird zunehmend in Callcentern getestet. In einem zeitnahen Szenario könnte KI potenziell gänzlich:

  • Grundanfragen selbstständig beantworten,
  • Bestellungen entgegennehmen,
  • Beschwerden strukturieren,
  • Warteschleifen verkürzen,
  • First-Level-Support automatisieren.

Ob dadurch Jobs ersetzt würden, ließe sich schwer prognostizieren. Wahrscheinlich wäre jedoch, dass Rollen sich verschieben, zum Beispiel hin zu Aufsicht, Qualitätskontrolle oder eskalationsbasiertem Support.

5. Übersetzung, Texterstellung & Wissensarbeit: Berufe im Umbruch

Da KI heute schon hochwertige Texte generieren und Übersetzungen anfertigen kann, könnte dies in Zukunft ganz einfach Tätigkeiten beeinflussen wie:

  • einfache Textproduktion,
  • Transkription,
  • Übersetzung,
  • grundlegende Recherche,
  • Standard-Redaktionstätigkeiten.

Hier dürfte es weniger um den vollständigen Ersatz von Berufen gehen, sondern eher um eine starke Veränderung der Werkzeuge, Arbeitsabläufe und Qualitätsanforderungen.

Transformation von Jobs durch KI

6. Logistik, Produktion & Verkehr: Automatisierung trifft klassische Branchen

Auch im physischen Bereich könnten KI-gestützte Systeme zu Umbrüchen führen. Beispiele, die heute bereits erprobt werden, sind:

  • automatisierte Lagerverwaltung,
  • autonome Fahrzeuge,
  • Robotik in der Fertigung,
  • automatisierte Qualitätskontrolle,
  • datenbasiertes Transportmanagement.

Sollten diese Technologien in großem Umfang genutzt werden, könnte dies Arbeitsprofile im Logistik- und Produktionsbereich langfristig verändern. Ob Jobs direkt wegfallen oder lediglich neu definiert werden, hängt von Investitionen, Regulierung und gesellschaftlicher Akzeptanz ab.

7. Besonders diskutiert: Wegfall von Einstiegsstellen

Eine Entwicklung, die Expert:innen zunehmend beobachten, betrifft Einstiegs- und Juniorpositionen. Da KI viele einfache Tätigkeiten beschleunigen könnte, könnten Unternehmen möglicherweise weniger Einstiegsrollen benötigen.

Dies könnte Auswirkungen auf:

  • Berufseinstieg,
  • Talententwicklung,
  • Ausbildungswege
  • und Karrierepfade haben.

Hier wären politische und wirtschaftliche Maßnahmen entscheidend, um den Übergang fair zu gestalten.

8. Werden Berufe vollständig verschwinden? Wahrscheinlich nicht – aber sie werden sich verändern

Die Mehrheit der Forschenden geht aktuell davon aus, dass KI Berufe eher verändert als ersetzt. Viele Tätigkeiten könnten künftig stärker KI-gestützt sein, während der Mensch weiterhin:

  • Entscheidungen trifft,
  • Empathie einbringt,
  • komplexe Probleme löst,
  • Verantwortung trägt,
  • kreative Ansätze nutzt.

Berufe könnten sich dadurch weiterentwickeln, spezialisieren oder neue Aufgabenfelder erhalten.

KI könnte Jobs ersetzen – sicher ist aber vor allem der Wandel

Ob KI tatsächlich ganze Berufe verdrängt, ist heute nicht abschließend zu beantworten.
Klar ist jedoch: Viele Tätigkeiten werden sich verändern, einige Arbeitsprozesse werden automatisierter und viele Branchen stehen vor einem strukturellen Wandel.

Für Unternehmen und Beschäftigte dürfte es deshalb sinnvoll sein technologische Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, Kompetenzen im Umgang mit KI aufzubauen und Arbeitsprozesse aktiv weiterzuentwickeln. So könnte KI weniger als Risiko, sondern stärker als Werkzeug verstanden werden.

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