Google Search Console und der AI Mode: Fortschritt oder Nebelkerze?

12.12.2025 um 22:37 Uhr, von Anne

Google Search Console und der AI Mode

Google hat in den letzten Monaten ordentlich an der Search Console geschraubt: Annotations, neue Zeiträume, Social Insights, KI-Daten. Klingt nach Transparenz, fühlt sich aber manchmal eher nach einem Schleier aus Features an. Während sich alle über neue Graphen freuen, stellt sich die eigentliche Frage: Können wir jetzt endlich sehen, wie sich der AI Mode wirklich auf Klicks, Impressions und Rankings auswirkt?
Kurz gesagt: nein. Zumindest nicht so, wie wir es gerne hätten.

Denn obwohl Google mittlerweile AI Mode-Traffic in die Performance-Daten integriert, fehlt der entscheidende Filter, um ihn von klassischem Suchtraffic zu trennen. Der neue Datenstrom ist also da, er schwimmt nur mit im großen See der Gesamtmetriken. Und genau da liegt das Problem.

Transparenz oder Ablenkung?

Man könnte fast meinen, Google wolle uns mit hübschen neuen Features davon ablenken, dass die wirklich spannenden Daten weiter hinter dem Vorhang bleiben. Annotations hier, wöchentliche Reports da, aber keine Spur von „AI Mode“ als eigener KPI. Dabei wäre gerade das für viele SEOs und Seitenbetreiber Gold wert: zu verstehen, ob steigende oder fallende Impressionen tatsächlich aus organischer Suche stammen oder aus dem neuen KI-basierten Suchmodus, der mit seinen Antworten immer öfter Klicks abfängt.

Das Ganze erinnert ein wenig an ein altbekanntes Muster: Wenn die Zahlen unklar sind, baue einfach mehr Diagramme. Nur, Transparenz entsteht dadurch nicht.

Wie man AI Mode-Traffic (vermutlich) erkennt

Ganz verloren sind wir aber nicht. Wer etwas detektivisches Gespür mitbringt, kann den AI Mode-Effekt zumindest indirekt sichtbar machen.

Hier ein paar Ansätze:

  • Query-Vergleich vor und nach AI Mode-Rollouts: Wenn Suchanfragen plötzlich weniger Klicks, aber gleichbleibende Impressionen zeigen, könnte das auf AI Mode-Interaktionen hindeuten.
  • Traffic-Verschiebungen bei informationsgetriebenen Keywords: Besonders bei Fragen- oder Ratgeber-Suchanfragen kann der AI Mode viel organischen Traffic abfangen.
  • Externe Tools & Log-Analysen: Manche Tools versuchen, AI Mode-Anfragen über User-Agents oder Verhalten zu isolieren, mit unterschiedlicher Trefferquote.

Ein bisschen Handarbeit bleibt also, bis Google uns vielleicht eines Tages doch noch den AI Mode als eigene Metrik gönnt.

Standard-Metrik? Fehlanzeige.

Kann man also mit einer neuen, einheitlichen Metrik für den AI Mode rechnen? Eher nicht. Zumindest nicht kurzfristig. Google betont zwar, dass der AI Mode „ein Teil der Suche“ sei – was analytisch übersetzt bedeutet: alles in einen Topf. Für SEOs, die präzise Attribution brauchen, ist das natürlich suboptimal. Aber vielleicht ist das auch Teil der Strategie: weniger Fokus auf einzelne Kanäle, mehr auf das Gesamtbild der Suche.

Und genau da lohnt sich der Blick in die Zukunft: Wenn sich der AI Mode weiterentwickelt, wird er irgendwann nicht mehr ein Zusatz zur Suche sein, sondern ihr Kern. Dann ist vielleicht auch egal, ob der Klick aus einem klassischen Snippet oder aus einer AI-Antwort stammt, Hauptsache, der Nutzer interagiert mit dem Content.

Was bleibt, ist Neugier

Google schafft es wie kaum ein anderer, Innovation und Intransparenz in derselben Bewegung zu liefern. Die Search Console ist mächtiger geworden, ja, aber sie zeigt uns gerade nur die halbe Wahrheit. Vielleicht ist das aber genau der Punkt: Wir stehen am Anfang einer neuen Ära der Suche, in der Metriken neu gedacht werden müssen. Bis dahin heißt es: beobachten, vergleichen, experimentieren.

Und wer sich tiefer mit der Zukunft der Suche beschäftigen will, findet in unserem Artikel „AI-Performance-Monitoring: Wie wir Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen wirklich verstehen“ noch mehr Futter für Gedanken über das, was vor uns liegt.

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