Mehr Klicks, weniger Conversions: Google-Ads-Design in Kritik
12.11.2025 um 16:11 Uhr, von Anne

Eine Änderung in der Kennzeichnung von Google Ads sorgt offenbar für mehr unbeabsichtigte Klicks auf Anzeigen. Darauf deuten aktuelle Daten hin, die einen deutlichen Anstieg der Klickrate (CTR) und gleichzeitig eine sinkende Conversion Rate (CVR) zeigen.
Einheitliches Erscheinungsbild: Anzeigen ähneln organischen Treffern
Seit Mitte Oktober erscheinen Google Ads in den Suchergebnissen mit einer neuen Kennzeichnung. Anstatt jede Anzeige einzeln mit einem Label zu versehen, wird nun nur noch der gesamte Anzeigenblock mit dem Hinweis „Gesponsert“ markiert. Diese Anpassung führt dazu, dass sich bezahlte Anzeigen optisch stärker den organischen Suchergebnissen angleichen. Schon kurz nach der Einführung meldeten Nutzer, dass sie häufiger versehentlich auf Anzeigen klickten, weil diese kaum noch als solche zu erkennen seien. Eine entsprechende Umfrage hatte dies zuletzt bestätigt.
Daten zeigen: Klickrate steigt – Conversion Rate sinkt
Neue Zahlen aus der Branche stützen nun den Verdacht, dass es tatsächlich zu mehr Fehlklicks kommt. Cori Shirk, Director SEO bei Seer Interactive, teilte auf LinkedIn aktuelle Beobachtungen aus den vom Unternehmen betreuten Google-Ads-Kampagnen. Demnach sei die Klickrate nach der Umstellung im Durchschnitt um 1,6 Prozentpunkte gestiegen – von 11,41 % vor der Änderung auf 13,07 % in der dritten Woche danach. Das bedeutet: Es wird häufiger auf Anzeigen geklickt – was sich direkt in höheren Werbeeinnahmen für Google niederschlägt. Parallel dazu verzeichneten die Kampagnen jedoch einen deutlichen Rückgang der Conversion Rate, die zuvor über einen längeren Zeitraum stabil geblieben war.
Interpretation: Mehr Fehlklicks – mehr Umsatz für Google
Die Kombination aus steigender CTR und sinkender CVR legt nahe, dass die zusätzlichen Klicks nicht aus gesteigertem Interesse entstehen, sondern eher versehentlich erfolgen. Für Google ist das ein wirtschaftlicher Vorteil: Mehr Klicks bedeuten höhere Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft. Für Werbetreibende hingegen kann dies zu ineffizienteren Kampagnen führen, da ein größerer Anteil der Klicks keine qualifizierten Leads oder Verkäufe erzeugt. Auch Website-Betreiber könnten darunter leiden, wenn organische Klicks zugunsten von Anzeigen verloren gehen.
Fazit: Kritik an Transparenz und Nutzerfreundlichkeit
Die Änderung bei der Kennzeichnung von Google Ads steht zunehmend in der Kritik. Branchenexperten bemängeln, dass die visuelle Unterscheidung zwischen bezahlten und organischen Treffern zu stark verwischt werde – zum Nachteil der Nutzer und Werbekunden. Sollten sich die Hinweise auf versehentliche Klicks weiter verdichten, dürfte der Druck auf Google steigen, die Kennzeichnung erneut zu überarbeiten und klarer zu gestalten.
Kurz gesagt:
Mehr Klicks, weniger Conversions – die aktuellen Daten sprechen dafür, dass Google mit der neuen Ads-Darstellung zwar die Einnahmen steigert, aber die Grenze zwischen Werbung und organischem Inhalt weiter verschwimmen lässt.
